Direct Drive für PlayStation und PC unter 500 Euro? Genau mit diesem Versprechen schickt Thrustmaster das T598 ins Rennen. Und ja, auf dem Papier klingt das erst einmal fast zu gut: ein komplettes Simracing-Bundle mit Wheelbase, Lenkrad, Pedalen, Direct-Drive-Technik und offizieller Konsolen-Kompatibilität. Also kein Setup, bei dem man nach dem Kauf der Base merkt, dass Lenkrad, Pedale und emotionale Stabilität separat bestellt werden müssen.
Im StarMag-Test haben wir uns angeschaut, ob das Thrustmaster T598 wirklich ein spannendes Upgrade für G29-, G923-, T248- oder T300-Fahrer ist – oder ob der günstige Einstieg in die Direct-Drive-Welt am Ende doch zu viele Kompromisse mitbringt.
Ein Komplettpaket für den Einstieg in Direct Drive
Das Thrustmaster T598 kommt als Bundle mit Wheelbase (gibt es auch einzeln), abnehmbarem 30-Zentimeter-Sportlenkrad, 2-Pedal-Set, Tischklemme und allen nötigen Kabeln. Damit ist das Set direkt startklar und richtet sich klar an Spieler, die nicht erst ein komplettes Simracing-Ökosystem einzeln zusammenstellen wollen.
Besonders spannend ist die Kompatibilität: Die von uns getestete Version funktioniert mit PlayStation 5, PlayStation 4 und PC. Gerade für PS5-Spieler ist das ein wichtiger Punkt, denn bezahlbare Direct-Drive-Lösungen für Konsolen sind nach wie vor nicht selbstverständlich.
Optisch bleibt Thrustmaster seiner Linie treu. Die Base wirkt technisch, kantig und eher wie ein Stück Racing-Hardware als wie ein Wohnzimmer-Deko-Objekt. Auf einem Racing-Rig macht sie eine gute Figur, auf dem Schreibtisch wirkt sie etwas wuchtiger, aber immer noch absolut passend.
Schon beim ersten Eindruck merkt man jedoch, wo Thrustmaster die Prioritäten gesetzt hat: Die Base und die Pedale wirken hochwertiger als das mitgelieferte Lenkrad. Das ist nicht dramatisch, aber man erkennt schnell: Das Geld steckt vor allem in der Technik, nicht in einem Premium-Rim.
Direct Axial Drive: Was macht den Motor besonders?
Das Herzstück des T598 ist der sogenannte Direct Axial Drive Motor. Dahinter steckt ein Axial-Flux-Motor, der besonders weich und direkt arbeiten soll. Ein wichtiger Punkt dabei ist das sogenannte Cogging. Damit ist ein leichtes Rastgefühl gemeint, das bei manchen Motoren entstehen kann. Beim T598 soll dieses Gefühl praktisch nicht auftreten.
In der Praxis fühlt sich die Lenkbewegung tatsächlich sehr sauber an. Wer von einem klassischen Zahnrad- oder Riemensystem kommt, merkt sofort einen Unterschied. Vor allem im Vergleich zu einem Logitech G29 oder G923 wirkt das T598 deutlich direkter, feiner und moderner.
Die Base liefert 5 Newtonmeter konstantes Drehmoment und kann über Overshoot kurzzeitig stärkere Effekte ausgeben. Das bedeutet: Das Lenkrad versucht nicht permanent, einem die Arme abzureißen, sondern liefert schnelle Spitzen, wenn auf der Strecke etwas passiert – etwa bei Curbs, Lastwechseln oder wenn das Heck plötzlich meint, ein Eigenleben entwickeln zu müssen.
Für Technik und Motor-Konzept vergeben wir:
Technik & Motor-Konzept: 8,9 von 10 Stars
Das Konzept fühlt sich modern an, die Lenkbewegung ist sauber und der Unterschied zu klassischen Einsteiger-Lenkrädern ist deutlich spürbar. Für ein Bundle in dieser Preisklasse ist das technisch ein sehr starker Auftritt.
Force Feedback: Der wichtigste Punkt im Test
Beim Simracing zählt am Ende vor allem eine Frage: Fühlt man wirklich, was das Auto macht? Oder hält man nur ein Plastikrad fest und hofft, dass die Kurve schon irgendwie gut ausgeht?
Das Force Feedback des Thrustmaster T598 macht einen starken Eindruck. Es wirkt sauber, direkt und angenehm detailliert. Curbs, Lastwechsel, Traktionsverlust und Straßenstruktur kommen deutlich besser in den Händen an als bei vielen klassischen Einsteiger-Wheels.
Vor allem der Sprung von einem Logitech G923 auf das T598 ist groß. Während das G923 noch stark von seiner Zahnradtechnik geprägt ist, fühlt sich das T598 deutlich glatter und präziser an. Das ist ein bisschen wie der Wechsel von Dosentelefon auf Glasfaser – nur mit mehr Reifenquietschen.
Ganz wichtig ist aber: Das T598 funktioniert zwar direkt aus der Box, aber perfekt ist es nicht sofort. Wer das beste Fahrgefühl möchte, sollte sich mit den Force-Feedback-Einstellungen beschäftigen. Je nach Spiel kann es nötig sein, die Werte anzupassen, bis sich das Lenkrad wirklich rund anfühlt.
Gerade in Spielen wie Gran Turismo 7, F1, Assetto Corsa oder iRacing hängt das Fahrgefühl stark von den Einstellungen ab. Einmal richtig angepasst, liefert das T598 aber ein sehr überzeugendes Ergebnis. Es ist nicht auf dem Niveau deutlich teurerer High-End-Bases, aber für diese Preisklasse macht es vieles richtig.
Positiv fällt auf, dass die Effekte nicht künstlich aufgeblasen wirken. Das T598 versucht nicht, einfach nur möglichst stark zu sein. Es geht mehr um Feinarbeit als um Muskelkraft. Und genau das ist beim Simracing wichtiger als reine Gewalt am Lenkrad.
Force Feedback & Fahrgefühl: 8,6 von 10 Stars
Das T598 bietet ein sehr starkes Force Feedback für seine Preisklasse. Es ist detailliert, direkt und ein klarer Schritt nach vorn für alle, die bisher mit G29, G923, T248 oder ähnlichen Lenkrädern unterwegs waren. Kleine Abzüge gibt es, weil man für das beste Ergebnis etwas Zeit in die Einstellungen investieren muss.
Das Lenkrad: solide, aber nicht der Star der Show
Das mitgelieferte Lenkrad ist 30 Zentimeter groß, abnehmbar und besitzt magnetische Schaltwippen. Die Größe passt gut zu vielen Rennspielen. Egal ob GT, Rallye oder F1: Das Format wirkt angenehm und nicht zu klein.
Die Schaltwippen sind einer der besseren Punkte am Lenkrad. Sie fühlen sich knackig an und vermitteln ein deutlich hochwertigeres Schaltgefühl als manche ältere Thrustmaster-Lösungen. Gerade im Vergleich zu lauteren oder weniger präzisen Schaltwippen früherer Modelle ist das ein klarer Fortschritt.
Das Lenkrad selbst kann allerdings nicht ganz mit der Base mithalten. Es ist funktional, leicht und für den Einstieg absolut okay, wirkt aber an einigen Stellen etwas plastiklastig. Wer ein richtig hochwertiges Premium-Rim erwartet, wird hier merken, dass Thrustmaster eher eine solide Grundausstattung beigelegt hat.
Der Vorteil: Das Lenkrad ist abnehmbar. Das T598 ist also nicht das Ende des Setups, sondern eher der Einstieg. Wer später ein anderes Wheel nutzen möchte, kann innerhalb des Thrustmaster-Ökosystems aufrüsten.
Lenkrad & Schaltwippen: 7,4 von 10 Stars
Die Schaltwippen retten einiges und fühlen sich gut an. Das Lenkrad ist brauchbar und für den Einstieg völlig okay, aber es ist nicht der Teil des Bundles, der einem vor Begeisterung den Schlaf raubt.
Pedale: besser als typische Einsteigerware
Zum T598 gehören die Raceline Pedals LTE. Dabei handelt es sich um ein 2-Pedal-Set mit Gas und Bremse. Eine Kupplung ist im Standardpaket nicht enthalten. Für viele moderne Rennspiele ist das kein großes Problem, wer aber mit H-Schaltung fahren möchte, muss später nachrüsten.
Positiv ist die Verarbeitung. Die Pedale bestehen größtenteils aus Metall und fühlen sich für ein Bundle ordentlich an. Sie arbeiten mit H.E.A.R.T.-Sensoren und lassen sich über Federn und Einstellpunkte anpassen. Das gibt dem Set mehr Flexibilität als man bei günstigen Komplettpaketen oft bekommt.
Die Bremse ist nicht mit einem hochwertigen Load-Cell-Pedal vergleichbar. Dafür fehlt ihr die letzte Präzision und das besonders realistische Druckgefühl. Für den Einstieg ist sie aber sauber dosierbar und deutlich brauchbarer als viele einfache Pedalsets aus dem klassischen Einsteigerbereich.
Ein weiterer Pluspunkt: Das Pedalset ist erweiterbar. Wer später mehr möchte, kann aufrüsten und das System weiter ausbauen.
Pedale: 8,2 von 10 Stars
Für ein Komplettbundle unter 500 Euro sind die Pedale ein klarer Pluspunkt. Sie sind stabil, einstellbar und erweiterbar. Die fehlende Kupplung und die nicht ganz perfekte Bremse verhindern eine noch höhere Wertung.
Display und Bedienung: gute Idee, aber nicht perfekt umgesetzt
An der Base sitzt ein Display, über das sich Einstellungen ändern, Profile speichern und je nach Spiel auch Renninformationen anzeigen lassen. Die Idee dahinter ist sehr gut: Force Feedback direkt an der Base anpassen, ohne jedes Mal Software öffnen zu müssen.
In der Praxis ist diese Kategorie aber nicht die stärkste Seite des T598. Das Display ist relativ klein, die Menüs brauchen Eingewöhnung und manche Einstellungen sind nicht sofort selbsterklärend. Es funktioniert, aber es ist nicht unbedingt sofort intuitiv.
Auf dem PC gibt es zusätzlich das My Thrustmaster Panel, über das man Einstellungen prüfen, Updates machen und das System verwalten kann. Wer auf Konsole fährt, erledigt vieles direkt über die Base. Gerade dort wäre eine noch modernere und einfachere Bedienung wünschenswert gewesen.
Auch praktisch: Beim Lenken sieht man das Display nicht immer optimal, weil das Lenkrad natürlich davor sitzt. Das ist kein riesiges Problem, aber im Alltag merkt man, dass die Lösung nicht ganz perfekt ist.
Display, Bedienung & Software: 7,1 von 10 Stars
Die Idee ist stark, die Umsetzung aber etwas fummelig. Wer sich einmal eingearbeitet hat, kommt damit klar. Für Anfänger oder ungeduldige Spieler ist die Bedienung jedoch nicht der komfortabelste Teil des Bundles.
Preis-Leistung: Hier wird das T598 richtig spannend
Der größte Reiz des Thrustmaster T598 ist ohne Frage die Kombination aus Direct Drive, PlayStation-Kompatibilität und Komplettpaket. Je nach Angebot liegt das Bundle unter oder um die 500 Euro. Dafür bekommt man eine Direct-Drive-Base, ein Lenkrad, Pedale und eine Lösung, die direkt einsatzbereit ist.
Natürlich muss man mit Kompromissen leben. Das Lenkrad ist nicht Premium, die Bedienung ist etwas umständlich und wer ein echtes Profi-Setup erwartet, sollte seine Erwartungen kurz aus dem DRS holen. Aber in dieser Preisklasse ist die Mischung sehr stark.
Das T598 fühlt sich nicht billig an. Es wirkt eher so, als hätte Thrustmaster das Geld bewusst dort investiert, wo man es beim Fahren am meisten spürt: in Base, Motor und Force Feedback. Und genau das macht bei einem Simracing-Bundle Sinn.
Preis-Leistung: 9,1 von 10 Stars
Hier punktet das T598 besonders stark. Für den Preis bekommt man ein sehr gutes Fahrgefühl, eine moderne Direct-Drive-Technik und ein komplettes Set, das sich später erweitern lässt.
Die größten Schwächen des Thrustmaster T598
Ganz perfekt ist das T598 natürlich nicht. Der größte Kritikpunkt ist das mitgelieferte Lenkrad. Es funktioniert, die Schaltwippen sind gut, aber die Materialanmutung bleibt hinter der Base zurück. Das ist der Punkt, an dem man am deutlichsten merkt, dass Thrustmaster irgendwo sparen musste.
Der zweite Kritikpunkt ist die Bedienung über das Display. Sie ist praktisch gedacht, aber nicht perfekt gelöst. Gerade am Anfang muss man sich ein wenig durch die Menüs kämpfen.
Drittens sollte die Montage wirklich stabil sein. Bei einer Direct-Drive-Base sollte nichts wackeln. Wer ein Racing-Rig besitzt, ist hier klar im Vorteil. Am Schreibtisch funktioniert es zwar, aber je nach Tisch und Befestigung kann das weniger ideal sein.
Viertens ist das T598 kein perfektes Plug-and-Play-Wunder. Anschließen und losfahren geht, aber wer wirklich das beste Force Feedback möchte, muss sich mit Einstellungen beschäftigen. Für Simracing-Fans ist das normal, für komplette Anfänger kann es aber erst einmal etwas viel sein.
Für wen lohnt sich das Thrustmaster T598?
Das Thrustmaster T598 lohnt sich vor allem für Spieler, die aktuell mit einem Logitech G29, G923, Thrustmaster T248 oder T300 unterwegs sind und endlich auf Direct Drive wechseln möchten.
Besonders spannend ist es für PS5-Spieler. Wer auf der PlayStation mehr Fahrgefühl möchte, aber nicht direkt in ein deutlich teureres System einsteigen will, bekommt hier ein sehr interessantes Gesamtpaket.
Für reine Arcade-Spieler ist das T598 wahrscheinlich überdimensioniert. Wer nur gelegentlich ein paar Runden dreht, braucht nicht zwingend Direct Drive. Wer aber regelmäßig Gran Turismo 7, F1, Assetto Corsa, iRacing oder ähnliche Titel fährt, wird den Unterschied deutlich merken.
Auch für Einsteiger mit langfristigem Interesse ist das Bundle spannend. Man wächst nicht sofort aus dem System heraus, kann später aufrüsten und bekommt eine gute Basis für ein ernsthafteres Simracing-Setup.
Nicht ideal ist das T598 für Nutzer, die direkt ein komplett hochwertiges Premium-Lenkrad erwarten oder keine Lust haben, sich mit Einstellungen zu beschäftigen. Wer alles sofort perfekt und maximal edel haben will, muss mehr Geld einplanen.
Gesamtwertung: 8,4 von 10 Stars
Das Thrustmaster T598 ist eines der spannendsten Direct-Drive-Komplettpakete für PlayStation und PC in dieser Preisklasse. Es bietet ein starkes Fahrgefühl, eine moderne Motor-Technik, gute Pedale und eine sehr starke Preis-Leistung.
Die größten Schwächen liegen beim eher einfachen Lenkrad und bei der nicht ganz intuitiven Bedienung. Trotzdem überwiegen die Stärken klar. Wer von einem G29, G923, T248 oder T300 kommt, bekommt hier ein spürbares Upgrade.
Das T598 ist kein perfektes High-End-Set, aber ein sehr überzeugender Einstieg in die Direct-Drive-Welt. Oder anders gesagt: Das Lenkrad schreit vielleicht „ersetz mich irgendwann“, aber die Base sagt ziemlich deutlich: „Wir meinen das hier ernst.“
Fazit
Das Thrustmaster T598 ist ein starkes Direct-Drive-Bundle für alle, die mehr Fahrgefühl wollen, ohne direkt in die ganz teuren Simracing-Systeme einzusteigen. Besonders für PS5-Spieler und Umsteiger von G29, G923 oder T248 ist das Set aktuell eine sehr spannende Option.
Wer mit dem einfachen Lenkrad und der etwas fummeligen Bedienung leben kann, bekommt für unter beziehungsweise um 500 Euro ein richtig gutes Gesamtpaket mit viel Fahrspaß, guter Technik und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Description
Das Thrustmaster T598 ist ein starkes Direct-Drive-Bundle für alle, die mehr Fahrgefühl wollen, ohne direkt in die ganz teuren Simracing-Systeme einzusteigen. Besonders für PS5-Spieler und Umsteiger von G29, G923 oder T248 ist das Set aktuell eine sehr spannende Option.Wer mit dem einfachen Lenkrad und der etwas fummeligen Bedienung leben kann, bekommt für unter beziehungsweise um 500 Euro ein richtig gutes Gesamtpaket mit viel Fahrspaß, guter Technik und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Positives
- Starkes Direct-Drive-Force-Feedback
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- PS5-, PS4- und PC-kompatibel
- Gutes Upgrade vom G29/G923/T248
- Pedale stabil, einstellbar und erweiterbar
Negatives
- Lenkrad wirkt etwas plastiklastig
- Bedienung/Display etwas fummelig
- Force Feedback muss eingestellt werden
- Keine Kupplung im Standardpaket
- Bremse ist keine echte Load-Cell
