Thrustmaster ESWAP X2 H.E vs Razer Raiju V3 Pro – Lohnt sich ein 200€ Controller wirklich?

200 Euro für einen Controller. Vor ein paar Jahren hätte man dafür vermutlich einen kompletten Kleinanzeigen-PC bekommen – heute bekommt man dafür zwei Trigger, Hall-Effekt-Sticks und das Versprechen, plötzlich besser in Call of Duty zu werden.

Doch genau das macht Pro-Controller inzwischen so spannend. Sie wollen nicht einfach nur „ein Controller“ sein. Sie wollen schneller reagieren, präziser steuern und sich besser anfühlen als die Standard-Modelle von Sony oder Microsoft.

Im StarMag-Test mussten sich deshalb der Thrustmaster ESWAP X2 H.E und der Razer Raiju V3 Pro beweisen. Zwei High-End-Controller mit komplett unterschiedlicher Philosophie.

Der eine ist ein technisches E-Sport-Werkzeug.
Der andere ein luxuriöser Komfort-Controller mit Fokus auf Alltag und Premium-Feeling.

Doch welcher lohnt sich wirklich?

Unboxing & Lieferumfang – zwei komplett verschiedene Ansätze

Schon beim Auspacken merkt man schnell, dass beide Hersteller unterschiedliche Zielgruppen ansprechen wollen.

Der Thrustmaster wirkt sofort wie ein Produkt für Technik-Fans. Viele Informationen, viele Module und , Wechselteile – man hat direkt das Gefühl, hier etwas „Professionelles“ auszupacken. Fast ein bisschen wie PC-Hardware.

Der Razer dagegen geht deutlich stärker Richtung Premium-Gadget. Alles wirkt aufgeräumter, eleganter und eher wie ein Luxus-Produkt. Weniger Bastelgefühl, mehr „auspacken und direkt benutzen“.

Beim Zubehör zeigt sich der Unterschied ebenfalls:

Der Thrustmaster setzt klar auf Modularität und Anpassung.
Der Razer konzentriert sich mehr auf Komfort und Alltag.

Direkt nach dem Auspacken hatten wir deshalb schon das Gefühl:

Thrustmaster = Technik-Spielzeug für Tuner
Razer = Premium-Controller für Sofa & Alltag

Design & Verarbeitung – funktionales Tool gegen Premium-Look

Design ist natürlich Geschmackssache – aber beide Controller lösen das Thema komplett unterschiedlich.

Der Thrustmaster wirkt technisch, funktional und fast schon industriell. Er will gar nicht elegant aussehen – sondern performant wirken.

Und genau das tut er auch. Die Verarbeitung und insbesondere die Austauschbaren Module wissen zu überzeugen!

Die Verarbeitung ist stabil, nichts knarzt, nichts wirkt billig. Trotzdem fehlt ihm etwas das hochwertige „Premium-Gefühl“, das man bei einem Preis von knapp 170 Euro vielleicht erwartet.

Der Razer wirkt dagegen deutlich moderner und hochwertiger. Die Oberflächen fühlen sich angenehmer an, die Formen sind runder und insgesamt sieht er eher wie ein fertiges Luxusprodukt aus.

Gerade in der Hand wirkt der Unterschied stärker als auf Bildern.

  • Der Thrustmaster fühlt sich an wie ein E-Sport-Tool.
  • Der Razer eher wie ein High-End-Gadget.

Trotzdem: Der Thrustmaster wirkt robuster und einfacher zu warten, weil viele Teile modular aufgebaut sind.

Thrustmaster: 9,2 / 10
Razer: 8,2 / 10

Ergonomie & Komfort – nichts für kleine Hände

Das Thema Ergonomie war bei uns tatsächlich interessanter als erwartet.

Denn beide Controller sind größer als Standard-Controller. Besonders wer vom normalen PS5-Controller kommt, merkt sofort den Unterschied. Deshalb sind die Controller eher nicht für kleinere Hände geeignet.

Der Razer liegt angenehmer in der Hand. Die Form ist runder, die Übergänge weicher und insgesamt wirkt er entspannter für lange Sessions.

Gerade bei Story-Games oder längeren Abenden merkt man schnell:
Der Razer will eher bequem sein.

Thrustmaster: 7,4 / 10
Razer: 9,0 / 10

Layout & Anpassbarkeit – hier zerlegt der Thrustmaster die Konkurrenz

Und jetzt kommen wir zur absoluten Königsdisziplin des Thrustmaster.

Modularität.

Der komplette Controller ist darauf ausgelegt, angepasst zu werden. Stick-Module können ausgetauscht werden, das Layout lässt sich verändern und einzelne Teile können ersetzt werden.

Das klingt erstmal wie ein Gimmick – macht im Alltag aber tatsächlich einen Unterschied.

Besonders Xbox-Spieler, die asymmetrische Sticks gewohnt sind, fühlen sich sofort zuhause.

Und genau hier merkt man:
Der Controller richtet sich an Competitive-Spieler.

Der Razer kann hier nicht komplett mithalten. Er bietet zwar sechs zusätzliche (damit zwei Mehr wie der Thrustmaster) Tasten und sehr gut erreichbare Back Buttons, bleibt aber insgesamt deutlich klassischer aufgebaut.

Dafür funktioniert er sofort unkompliziert. Kein Umbauen, kein Experimentieren – einfach einschalten und loslegen.
Die Zusatztasten des Razer sind deutlich ergonomischer erreichbar wie beim Thrustmaster.

Beim Thrustmaster gibt es zwar ebenfalls Extra-Buttons, aber der Razer integriert sie natürlicher in die Handposition. Ddiese leider deutlich zu klein gehalten und schwer zugänglich, insbesondere für kleinere Hände.

Features & Technik

Bei beiden sind die Sticks magnetisch statt mechanisch und sind dadurch deutlich weniger anfällig für Stick Drift.

Gerade bei teuren Pro-Controllern ist das ein riesiger Vorteil.

Denn nichts ist frustrierender als ein 200-Euro-Controller, der nach einem Jahr anfängt von alleine nach links zu laufen. 😄

In der Praxis wirkt der Thrustmaster etwas direkter und aggressiver abgestimmt. Inputs werden extrem schnell umgesetzt.
Im ersten Bereich der Stickbewegung fiel uns beim Razer eine minimale Unruhe bzw. ein kleiner Sprung auf. Nicht dramatisch – aber vorhanden.

Thrustmaster: 9,1 / 10
Razer: 9,1 / 10

Performance & Reaktionszeit – Competitive-Spieler merken den Unterschied

Hier zeigt sich, warum solche Controller überhaupt existieren.

Der Thrustmaster reagiert brutal direkt. Besonders in Shootern fühlt sich alles extrem präzise an.

Schnelle Richtungswechsel, kleine Korrekturen oder hektische Bewegungen wirken ein Tick kontrollierter.

Die mechanischen Buttons tragen ebenfalls dazu bei. Eingaben fühlen sich kürzer und schneller an.

Der Razer ist ebenfalls schnell – aber insgesamt etwas softer im Spielgefühl.

Für Casual-Spieler wird das vermutlich kaum relevant sein. Wer aber Competitive spielt, merkt den Unterschied tatsächlich.

Vor allem in schnellen Multiplayer-Games. Allerdings erhält der Thrustmaster für uns Punktabzüge, da er nicht so ergonomisch ist und manche Tasten schwer erreichbar sind.

Praxis-Test – hier entscheidet sich der Kauf

Im Alltag wurde dann ziemlich schnell klar:

Die beiden Controller sind nicht „besser oder schlechter“.
Sie sind einfach für unterschiedliche Spieler gemacht.

Shooter

Hier gewinnt der Thrustmaster.
Die Präzision und Direktheit machen wirklich Spaß.

Racing Games

Auch hier liegt der Thrustmaster leicht vorne, da kleine Lenkbewegungen präziser wirken.

Story Games

Der Razer fühlt sich entspannter und angenehmer an.

Gerade lange Sessions auf dem Sofa machen mit ihm mehr Spaß.

Und genau deshalb ist die Entscheidung am Ende gar nicht so einfach.

Thrustmaster: 8,9 / 10
Razer: 9,2 / 10

Akku & Alltag – Kabel gegen Freiheit

Der Thrustmaster ist kabelgebunden.
Das bedeutet:

  • keine Ladezeiten
  • keine Verbindungsprobleme
  • minimale Latenz

Aber eben auch: Kabel.

Der Razer bietet kabelloses Spielen und fühlt sich dadurch alltagstauglicher an.

Dafür muss er geladen werden.

Typischer Trade-Off.

Wartung & Langlebigkeit – Vorteil Thrustmaster

Hier punktet der Thrustmaster .

Modulare Teile = langfristig einfach die bessere Kombination.

Einzelne Module können einfach ersetzt werden.

Der Razer bleibt hier eher ein klassischer Premium-Controller.

Preis-Leistung – viel Geld, aber nachvollziehbar

Beide Controller sind teuer.

Sehr teuer. 😄

Aber:
Nach dem Test versteht man zumindest, warum.

Der Thrustmaster richtet sich klar an ambitionierte Spieler, die maximale Kontrolle und Anpassbarkeit wollen.

Der Razer überzeugt dagegen mit Komfort, hochwertiger Haptik und Alltagstauglichkeit. Der Thrustmaster punktet allerdings dadurch, dass man Teile einfach austauschen kann, wenn diese Defekt sind.

Thrustmaster: 8,3 / 10
Razer: 7,9 / 10

Fazit – zwei Controller, zwei Zielgruppen

Thrustmaster ESWAP X2 H.E

Sehr präzise, extrem modular und technisch spannend. Dafür etwas klobig, nur kabelgebunden und eher für größere Hände geeignet.

Razer Raiju V3 Pro

Hochwertig, angenehm und alltagstauglich. Dafür weniger modular und ohne Hall-Effekt-Technologie.

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