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Revosim RS Pure Bundle im Test – Direct Drive für unter 800 €


Einleitung

Mit dem RS Pure Bundle wagt Revosim – eine Tochterfirma des französischen Gaming-Peripherie-Herstellers Nacon – den großen Einstieg ins Simracing-Segment. Statt Einsteiger-Hardware setzt man direkt auf Direct-Drive-Technik und liefert ein Komplettpaket aus Base, Lenkrad und Pedalen.
Für knapp 800 Euro will Revosim ein Setup bieten, das sowohl Einsteiger als auch ambitionierte Simracer anspricht. Wir haben uns das Bundle genauer angesehen.


Lieferumfang und erster Eindruck

Im Karton finden wir die 9-Nm-Direct-Drive-Base, ein 30-cm-GT-Lenkrad, ein Pedalset mit Load-Cell-Bremse, eine massive Tischklemme sowie eine Smartphone-Halterung.
Schon beim Auspacken fällt auf: Hier wird nicht gespart. Die Base ist massiv aus Aluminium gefertigt und bringt ordentlich Gewicht auf die Waage. Wer ein wackeliges Möbelstück oder einen einfachen Schreibtischstuhl nutzt, wird schnell merken, dass dieses Setup Stabilität fordert.


Die Base – Herzstück des Bundles

Die Revosim-Base liefert ein Spitzendrehmoment von 9 Nm. Das klingt im ersten Moment nach „Mittelklasse“, entpuppt sich aber in der Praxis als sehr kräftig.
Zum Vergleich:

  • Logitech G923: 2,1 Nm
  • Thrustmaster T248: 3,5 Nm
  • Revosim RS Pure: 9 Nm
  • Fanatec DD2 oder Simucube 2 Pro: bis 25 Nm

Damit positioniert sich Revosim zwischen ambitioniertem Einsteiger und semiprofessioneller Liga. Besonders beeindruckt hat die Direktheit des Force Feedbacks: Kurvenkräfte bauen sich unmittelbar auf, kleine Bodenwellen und Gripverlust sind sofort spürbar. In Assetto Corsa Competizione und WRC Generations macht das enorm Spaß. In rFactor 2 und Le Mans Ultimate wirkt die Abstimmung etwas schwächer, aber immer noch klar über Mittelklasse-Niveau.

Die Base setzt auf ein Brushless-Servo mit 21-Bit-Encoder. Anschlüsse gibt es für Pedale, Handbremse, Shifter, USB-C zum PC und einen Bluetooth-Button für die App. Konsolen-Unterstützung ist laut Hersteller geplant, derzeit läuft die Base nur am PC.


Das Lenkrad – solide, aber nicht für jeden

Das 30-cm-GT-Lenkrad bringt 11 Tasten und einen LED-Drehzahlmesser mit.
Die Tasten reagieren zuverlässig, die Haptik ist ordentlich. Kritik gibt es am Dreh-Encoder, der zu leichtgängig ist und sich schnell unabsichtlich verstellt. Auch die Schaltwippen sind zwar extrem leise, fühlen sich aber für viele zu weich an.
Für GT- und Rallye-Spiele ist das Lenkrad absolut geeignet. Persönlich bevorzuge ich als F1-Spieler jedoch kleinere Räder, die direkter wirken und präzisere Eingaben erlauben. Hier wünsche ich mir zukünftig eine alternative Felge von Revosim.


Die Pedale – Überraschung des Tests

Das Pedalset war für uns die größte positive Überraschung.
Gefertigt aus dickem Aluminium, große Pedalplatten, stabiler Aufbau.
Die Bremse arbeitet mit einer 200-kg-Load-Cell – serienmäßig, kein teures Extra. Mehrere Elastomere ermöglichen eine individuelle Einstellung des Bremswiderstands.
Das Gaspedal nutzt einen Hall-Sensor. Winkel, Höhe und Federweg sind vielfach anpassbar.
Kleines Manko: In der härtesten Einstellung gibt das Bremspedal seitlich etwas nach. Optimal wirkt es bei einer realistischen Kraft von etwa 75–80 kg.


Software & App

Die hauseigene Software ist schlank, intuitiv und ermöglicht alle wichtigen Einstellungen:

  • Force Feedback Parameter
  • LED-Farben am Lenkrad
  • Deadzones und Kurven der Pedale

Praktisch: Vier Force-Feedback-Profile können gespeichert und direkt am Lenkrad durchgeschaltet werden.
Besonderes Highlight ist die Android-App. Sie verbindet sich per Bluetooth mit der Base und bietet dieselben Einstellungen, dazu Live-Telemetrie und Dashboards. Eine iOS-Version fehlt bislang.


Performance & Wärmeentwicklung

Im Test hielt die Base selbst bei langen Sessions stabil durch. Erst bei ca. 61 °C reduzierte sie leicht das Drehmoment – ohne spürbaren Leistungsverlust.
Ab rund 72 °C wurde stärker gedrosselt, die Temperatur stabilisierte sich dann bei knapp 74 °C.
In der Praxis bedeutet das: Kein Leistungsverlust, selbst nach Stunden intensiven Rennens.



Fazit

Das Revosim RS Pure Bundle ist ein starker Einstieg ins Direct-Drive-Simracing.
Für knapp 800 Euro gibt es eine Kombination aus Base, Pedalen und Lenkrad, die sowohl in Verarbeitung als auch in Performance überzeugt.
Ja, es gibt Schwächen: Das Lenkrad wird nicht jedem gefallen, die Kompatibilität ist eingeschränkt, und F1-Spieler wünschen sich kleinere Felgen.
Doch unterm Strich bietet Revosim hier ein Preis-Leistungs-Paket, das in dieser Klasse kaum Konkurrenz hat.

Das Revosim RS Pure Bundle
85
Description
Das Revosim RS Pure Bundle ist ein starker Einstieg ins Direct-Drive-Simracing.
Für knapp 800 Euro gibt es eine Kombination aus Base, Pedalen und Lenkrad, die sowohl in Verarbeitung als auch in Performance überzeugt.
Ja, es gibt Schwächen: Das Lenkrad wird nicht jedem gefallen, die Kompatibilität ist eingeschränkt, und F1-Spieler wünschen sich kleinere Felgen.
Doch unterm Strich bietet Revosim hier ein Preis-Leistungs-Paket, das in dieser Klasse kaum Konkurrenz hat.

Positives

  • Sehr kräftiges und direktes Force Feedback (9 Nm)
  • Massives Aluminium-Gehäuse und hochwertige Pedale
  • Load-Cell-Bremse im Standardpaket enthalten
  • Einfache, übersichtliche Software + praktische App
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Negatives

  • Lenkrad für F1-Fans zu groß
  • Schaltwippen zu weich, Encoder zu leichtgängig
  • Nur PC, Konsolen-Support fehlt noch
  • Geschlossenes System (keine Fremdpedale/-Shifter)

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