Fabian geschrieben von  Dez 18, 2016

Winnetou: Der Mythos lebt

Keine leichte Aufgabe auf die sich RTL da eingelassen hat. Immerhin ist Winnetou als Apachen Häuptling einer der bekanntesten Indianer in Deutschland. Obwohl die Figur nur rein fiktiv vom Autor Karl May zum Leben erweckt wurde. Doch obwohl Karl May bereits über hundert Jahre nicht mehr unter uns weilt, ist Winnetou auch heutzutage noch aktuell und erfreut sich großer Beliebtheit. Jährlich kommen über 300.000 Besucher nach Bad Segeberg um sich dort die Karl May Festspiele anzusehen. Am Interesse der Figur Winnetou hapert es also nicht. Die Kunst ist es die alten Geschichten in die heutige Zeit zu transportieren, dabei aber die Werte und den Charme des Originals zu behalten. Wir haben bereits den ersten von drei Teilen sehen dürfen und sagen euch ob sich der Film lohnt.

Im ersten Teil geht es um den deutschen Aussiedler Karl May. Er wittert das große Abenteuer und schließt sich als Ingenieur im amerikanischen Westen einer Eisenbahngesellschaft an. Sein Vorgänger ist einer Explosion zum Opfer gefallen. Nun soll er dabei helfen den Bau der neuen Eisenbahnlinie zu beschleunigen, die im Wettrennen um die erste transkontinentale Eisenbahn ihren Gleisbau rücksichtslos vorantreibt. Karl May ist eigentlich ein Mann der Diplomatie, der nach einer zufriedenstellenden Lösung aller Beteiligen sucht. Auf einem Erkundungsritt kommt es zu einer Konfrontation mit den Indianern. Beim Kampf wird er schwer verwundet und von den Apachen mitgenommen. Wie durch ein Wunder überlebt er und gewinnt das Vertrauen des Volkes. Er will unbedingt eine blutige Auseinandersetzung der Apachen und den Weißen verhindern. Doch das droht immer wieder fehlzuschlagen und es scheint keine friedliche Lösung mehr zu geben...

Der Inhalt ist damit an die Romane angelegt, sind aber keine eins zu eins Kopie.  Man erfährt im ersten Teil der Trilogie wie sich Karl May, der spätere Old Shatterhand und Winnetou kennen gelernt haben. Dabei ist der Film zum Teil ernst, aber auch mit ruhigem und nicht zu überhitztem Humor gespickt. Das Tempo des Films ist stimmig und man bekommt anscheinend ein realistisches Bild vom Leben im Wilden Westen. Phasenweise ist es vielleicht etwas zu langatmig und man muss in manchen Szenen Untertitel lesen, da die Dialoge der Apachen nur übersetzt sind. Das Set wirkt sehr atmosphärisch und die Darsteller machen einen guten Job. Persönlich habe ich mir Old Shatterhand zwar immer etwas kräftiger vorgestellt und hatte vielleicht auch durch die Besuche in Bad Segeberg eine etwas andere Vorstellung. Das soll die Leistung von Wotan Wilke Möhring aber in keiner Hinsicht schmählern. Er verkörpert den deutschen Karl May sehr sympathisch und agiert sehr glaubwürdig.
Wenn man allerdings an die actionreichen Verfilmungen der 60er Jahre denkt, dann könnte man hier etwas enttäuscht oder eventuell sogar verwirrt sein. Denn Winnetou ist im ersten Teil noch nicht der mächtige Apache. Viel mehr ist er anfangs noch ein Hitzkopf und man merkt ihm seine Unsicherheit in seinem Handeln an. Es kommt hier noch zu keiner so starken Freundschaft zwischen den beiden "Helden" wie man es vielleicht erwartet hätte.  Winnetou hat in diesem Teil auch keine so starke Präsenz. Erstklassig spielt auch Jürgen Vogel die Fieslingsrolle des Josef Rattler. Er spielt so überzeugend, dass ich ihn im ersten Moment gar nicht erkannt habe.
Man sollte hier kein Remake des Klassikers erwarten. Es wurden hier neue Elemente eingebaut bzw. verändert. Es kommt weniger Action vor, dafür sind am Ende des Films ein paar Szenen dabei, die die kleineren vielleicht lieber nicht am Weihnachtsabend sehen sollten.

Fazit: Der erste Teil ist durchaus interessant, aber auch mit Schwächen. Manchmal ist der Film etwas zu langatmig. Mir hat der Film trotzdem gefallen und es macht neugierig auf die Fortsetzung der Trilogie.

Weitere Informationen

  • VÖ Homevideo:: Freitag, 23 Dezember 2016
  • Regiesseur:: Philipp Stölzl
  • Darsteller:: Wotan Wilke Möhring, Nik Xhelilaj, Milan Peschel, Iazua Larios, Jürgen Vogel
  • Sprache:: Deutsch
  • FSK:: 12
  • Spieldauer: 270
  • Studio: Universum Film GmbH

Spiel mit Multiplayer

Grafik: 100% - 1 votes
Sound: 100% - 1 votes
Gameplay: 100% - 1 votes
Singleplayer: 100% - 1 votes
Multiplayer: 100% - 1 votes
Handlung: 100% - 1 votes
Motivation: 100% - 1 votes

Sehenswert

Der erste Teil ist durchaus interessant, aber auch mit Schwächen. Manchmal ist der Film etwas zu langatmig. Mir hat der Film trotzdem gefallen und es macht neugierig auf die Fortsetzung der Trilogie.

Fabian

Ist nach schlaflosen Wochen nachts spielen um Jahre gealtert, obwohl er gar nicht Geburtstag hatte.

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